• Anita

Intuitive Atmosphärengestaltung, oder wie kommt der Kieselstein in die Küche?

Und wieder weist das Universum den Weg...

Der unvorhergesehene Tod meines geliebten kleinen Katers Markus hat mich von Andalusien in die Schweiz zurückgeführt. Ich durfte ihn glücklicherweise in seinen letzten Stunden noch begleiten, bevor er über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Nach zwölf schönen gemeinsamen Jahren trennen sich unsere Wege und jeder folgt wieder seinem eigenen Seelenplan. Sein Tod macht mich traurig, schenkt mir aber auch ein freieres, unbekümmertes Reisen. Ich bin ihm sehr dankbar für dieses grosse Geschenk und werde es in Ehren auskosten. Nun geniesse ich hier jedoch erstmals das Frühlingserwachen. Ich nutze zudem die Gelegenheit, ein archäologisches Forschungsprojekt abzuschliessen. Nachher soll's weiter gehen Richtung Westen und in den Norden. Spanien rennt mir nicht davon.


Spanisches Flair nach Hause bringen

Natürlich immer noch im Reisemodus, probiere ich aus Lust am Gestalten die Stimmung von Fotos meiner Reise in eine Raumgestaltung eines imaginären Kunden zu integrieren. Die Atmosphäre am Strand, beim Heuen, beim Kaffeetrinken soll in das Zuhause des Kunden transportiert werden. In wie fern schaffe ich es, die gewünschten Assoziationen, das subjektiv Empfundene bei der praktischen Umsetzung auszulösen, dem Raum den gewünschten Charakter zu verleihen, ihn zu beseelen mit den Bewegungen und Emotionen der Reisefotos?


Vorgehen:

Eigentlich ist die Raumgestaltung ein kreativer Findungsprozess mit dem Kunden zusammen. Aber hier ist's ja eine Übung für mich, und es darf alles nach meinem Gusto sein.


1. Besichtigung der Wohnung, der Grundrisspläne

Wo ist das Potential der Wohnung/des Raumes? Welche Geschichte und Kraft besitzt das Haus bereits?

Die Räume sollen so gestaltet werden, dass sie der Entwicklung des Bewohners dienen und zu seiner momentanen Lebensaufgabe passen, ihn darin unterstützen. Wie innen so aussen.


2. Welche Atmosphäre wünscht sich der Kunde

Moodboard, Stimmungsfoto, Brainstorming (durch Kunde oder durch mich).


3. Meine Wahrnehmung der erstellten Moodboards

Was erzählen mir die Moodboards? Wie gehe ich mit dem Stimmungsbild in Resonanz?

Austausch mit Kunden und Nachfragen.


4. "Prozess-Check"

Versuch, die gewünschten Atmosphären einzufangen (hier mit Farbe und Kieselsteinen)

Erneute Wahrnehmung: gibt's neue Inputs und zusätzliche Infos? Bin ich auf dem richtigen Weg?


5. Gestaltungsvorschläge

Muster präsentieren (für alle Sinne: Farbe, Form, Materialien, Düfte, Geräusche, Haptik)

Reinspüren durch Kunde: welches Gefühl wird bei ihm ausgelöst?

Ev. Anpassungen.


6. Umsetzung im Raum

Die Raumqualität wird hier erreicht durch eine intuitive Zusammenstellung von Mustern, Materialien, Farben und Formen. Es entsteht eine subjektiv geprägte Stimmigkeit, die dem Kunden entweder gefällt, oder ich habe einen schlechten Geschmack...



Das Schlafzimmer


Erste Wahrnehmung (Stimmungsfoto):

- Eleganz und Feinheit

- Zart erdig, (erdig-)luftig

- Freie Entscheidung, Entscheidungsfreiheit, Weite

- Die Macht/Aufmerksamkeit liegt in der Ferne, Freiheit

- Wellenbewegung, Kommen und Gehen, konstant

- Bescheidenheit, Zufriedenheit, Mitgefühl

- Geborgenheit

- Achtsamkeit und Nachdenken

- Engagement mit der Urkraft, Miteinander


Zweite Wahrnehmung (Steine, Farben):

- Fächerartige Ausbreitung/Ausweitung der Aufmerksamkeit

- Zeit nehmen, haben. Konstante

- Ruhende Kraft, Yin (weiblich), trotz vieler Luft doch geerdet.

- Jede Veränderung setzt das Verwischen früherer Spuren voraus

- Bedürfnis nach Rückenstärkung

- Herzchakra? (Luft, Grün/Rosa, Liebe, Güte, Mitgefühl)


Gestaltungsvorschläge:

- Erdige Farben

- Junge Farben: Man weicht der Verantwortungsübernahme etwas aus/froh, wenn’s kein Thema ist.

- Düfte: Sternanis, Schafgarbe (harmonisierend, lösend), Spitzwegerich, Zitrone (erfrischend, stimmt fröhlich, vermittelt Klarheit, zum Solarplexuschakra gehörend, unterstützt gegen fremde Kräfte)

- Weisse Federn, Traumfänger

- Lange, leichte, helle Vorhänge. Leinenstoffe, Seide

- Helles, weiches Holz



Das Büro


Erste Wahrnehmung (Stimmungsfoto):

- Bestimmtheit, Bewusstheit

- Lebenserfahrung

- Tiefgründigkeit

- Direkter Kontakt mit der Kraft/Urkraft, Verbindung mit Unterbewusstsein

- Es ist so

- Reflektion, bewusstes Zurkenntnisnehmen

- Grosse Spiegelfläche , Tiefgründigkeit

- Die Ferne voraus, geistig

- Geben, nehmen, wahrnehmen


Zweite Wahrnehmung (Steine, Farben):

- Element Wasser

- Gegensätze: Yin/Yang, Ferne/Nähe

- Die Macht/Aufmerksamkeit liegt im Meer, Sogwirkung

- Friedlich, aber Ausbruch möglich. Ruhende Energie, jedoch allzeit bereit

- In Obachtstelllung sein. Auf Ereignis warten.

- Ausserordentliche Kraftquelle, die kontrolliert werden muss, Selbstbeherrschung

- Sakralchakra?? (Wasser, Orange, Schöpferische Energie)


Gestaltungsvorschläge:

- Schiefer

- Düfte: Salbei (klärend und konzentrationsstärkend), Mastix (klärend, stimmungsreinigend), Sandelholz (sanft und sinnlich, harmonisierend, entspannend, tröstend, für meditative Atmosphären)

- Tiefe Farben: Selbstvertrauen, seiner Mitte bewusst sein.

- Dunkles, hartes Holz

- Fenster mit Weitblick

- Polstersessel zum Versinken und Sinnieren. Satin, Samt.



Das Wohnzimmer


Erste Wahrnehmung (Stimmungsfoto):

- Sommer

- Eins mit Urkaft, Statik/Axis mundi, der Fokus liegt in der Senkrechten.

- Dominanz, Zentrum

- Wachstum, sanft und kraftvoll zugleich.


Zweite Wahrnehmung (Steine, Farben):

- Leichtigkeit mit Bodenhaftung wie eine Sommerbrise

- zeitlos

- Das Sein

- Solarplexus/Nabelchakra (gelb, Feuer, Willenskraft, Persönlichkeit)


Gestaltungsvorschläge:

- Grünes Glas

- Reifes Gelb/Ockergelb als Farbe der soliden Struktur. Durchgeplant. Erkenntnis, Inspiration

- Frisches Grün als Farbe der Freunde. Man hat Unterstützung. Ruhige und stille Natur, reines Herz, Gespür für menschliche Werte, Entfaltung, Harmonie, Wachstum, Ganzheit

- Düfte: Jasmin (stärkt Selbstvertrauen), Ringelblume (hilft Karma aufzulösen, das Blockanden, Ängste und Energiemangel verursacht), Eichenmoos (entspannend, erdend, ausgleichend), Hopfen, Rosmarin (unterstützt Konzentrationsfähigkeit, belebt, stimuliert)

- Wärme/Raumtemperatur

- Vogelgezwitscher

- Naturfaserteppich



Die Küche


Erste Wahrnehmung (Stimmungsfoto):

- Freche Aufbruchstimmung, Abenteuerlust

- Verspielt, Losziehen

- Tausend Ideen

- Temperament

- Feuer, feurig, vergänglich, schnelllebig, nicht energiehaltend

- Wandlung

- Die Aufmerksamkeit liegt im Chaos, in der Unruhe

- Unkonventionell, keine Regeln

- Kind

- Eigenwille

- Tat, Bewegung, Dynamik


Zweite Wahrnehmung (Steine, Farben):

- Wurzelchakra (Erde, Rot, Urvertrauen)

- Selbstverständlichkeit/Verinnerlichung der Urkraft

- Yang-Energie (männlich)

- Bedürfnis nach Liebe


Gestaltungsvorschläge:

- Ziegel, Backstein

- Reife Farben, Übernahme von Verantwortung

- Hellgrau: freier Wille, Unschlüssigkeit, Zögern mangels Unklarheit

- Düfte: Rosa Pfeffer, Mammutbaum, Tonkabohne (Karamellnote, wärmend und ausgleichend), Süssholz, Nelke (anregend, stärkt Konzentration)

- Orientalisch

- Farbiges Glas



Fazit

Es war mir am Anfang der Übung nicht klar, welches Foto welchem Raum den Gestaltungsimpuls geben wird, und welche Räume überhaupt gestaltet werden wollen. Es hat sich aber nach der zweiten Wahrnehmungsrunde eindeutig gezeigt, welche Stimmung in welchen Raum gepackt werden möchte. Spannend ist, dass das zweite Wahrnehmen der Szenerie mit Hilfe der Farben und Kieselsteine zusätzliche und differenzierte Aspekte auf's Tapet gebracht hat, vor allem Bedürfnisse kamen zum Vorschein.


Liebe Leute, hierzu bitte gerne wieder Eure methodischen Anregungen und Vorschläge!


Muchas gracias!

Anita


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