• Anita

Buchendorf: Kornkreis, Viereckschanze und ein Engel

Und wieder standen Luzius und ich einige Tage in unserer Lieblingswerkstatt - wir kennen bisher nur die eine, diese dafür langsam zu genüge. Nach neuer Kupplung, Ersatzgetriebe und neuen Schläuchen fehlte noch die Dieselpumpe, und mein Zuhause auf Rädern fährt sich beinahe wieder wie frisch geschlüpft. Endlich kamen wir los! Da der in der zweiten Julihälfte 2021 entdeckte Kornkreis gut in meine Reiseroute integriert werden konnte, durfte ein Abstecher nach Buchendorf bei Gauting westlich von München nicht fehlen. Dort gibt's auch eine keltische Viereckschanze und die stand jetzt zuerst auf dem Programm.


Kornkreise und keltische Viereckschanzen sind zwei Themen, die in Wissenschaft und Grenzwissenschaft immer noch zu diversen Kontroversen und Erklärungsversuchen führen. Meiner unbedarften Neugierde haben sich hier durch etwas Internetrecherche uferlose Forschungsbereiche aufgetan, die mich ehrlich gesagt zum jetzigen Zeitpunkt mit meinem Wissen überfordern. Ich beschränke mich im Folgenden mit schüchternen Überlegungen nur auf den von mir verstandenen und als plausibel erachteten Bruchteil an Interpretationsansätzen. Es wird sich zeigen, ob es irgenwann mal meinerseits eine Vertiefung in diese Richtung gibt... Greifbarer und anmutiger war für mich an diesem wilden Tag schlussendlich die Begegnung mit dem Engel Rainer.

Google map mit Befund-Beschriftungen durch mehrdimens.ch
Buchendorf (Gauting) mit Keltenschanze und Kornkreis

Viereckschanze - Befunde und Deutung

Die Schanze Buchendorf wurde in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren archäologisch untersucht. Sie gehört zu einer der am besten erhaltenen solcher Anlagen der späten Latènezeit (1. und 2. Jh. v. Chr.) in Süddeutschland. Ihr umlaufender Erdwall ist beinahe quadratisch und misst etwa 110 auf 120m. Der ursprünglich vorliegende Graben ist heute zugeschüttet.

Luftaufnahme Landesamt
Luftaufnahme Buchendorf, S oben im Bild

Wahrnehmung:

Ich fühle Dankbarkeit für das Geschenkt der Erde - die Ernte, für Frieden/Friedens-zeiten. Da sind auch Anstrengung, Entbehrungen, etwas Altes, stark mit der Natur Verschmolzenes und Ahnenpräsenz.







Lediglich ein Gebäude (mit den von mir radästhetisch nachgewiesenen Kernbaumassen von 7m Länge auf 5m Tiefe) konnte damals in der Nordwestecke des Gevierts festgestellt werden. Im Gebäude befanden sich drei Schächte mit Tiefen von (um) 6m, 18m und 35m, die mit Tierknochen angefüllt waren (die naheliegende Viereckschanze bei Hasendorf besitzt ebenfalls drei Schächte mit den Tiefen 6.5m, 8.4m und 35.5m!). Das Gebäude wird als Tempel (gallorömischer Umgangstempel) und die Anlage als Stätte betitelt, wo unzählige Tieropfer durchgeführt worden sein sollen. Mit der Rute konnte ich Tieropfer in der NW-Ecke im Bereich des Gebäudes sowie in der Schanzenmitte ausmachen.

Rekonstruktionszeichnung Schanze Buchendorf, Blick nach Norden

Als Archäologin bin ich bei Befundinterpretationen, die ins Kultische gehen, immer etwas kritisch, vor allem bei Altgrabungen. Man sagt uns Archäologen auch nach, dass wir immer etwas als Kultisch interpretieren, wenn uns nichts Besseres einfällt. Mehrere professionelle Ausgrabungen von Viereckschanzen im Süddeutschen Raum in den 1980er und 1990er Jahren brachten mehrphasige Bebauungen und reiche Funde aus Siedlungskontexten hervor. Somit scheint sicherlich für einige Schanzen die Nutzung als befestigter Gutshof nachgewiesen, in dem möglicherweise auch Kulthandlungen ausgeführt wurden (Quelle: Wiki).

Blick nach SO. Links Eingang in der Mitte, rechts Standort auf dem Wall in der NW-Ecke.


 

Viereckschanzen sind häufig meist fast quadratisch. Das Quadrat gilt als Symbol der Stärke, des Schutzes und der Stabilität. Es hat etwas Festes, Konkretes, Fundamentales. In ihrer regelmäßigen Form hatten quadratische Abgrenzungen in frühen Zeiten magisch-abwehrenden Charakter, bildeten einen heiligen Bezirk. Die dem Quadrat zugrundeliegende Zahl Vier weist es als mit der Symbolik des Weiblichen verbunden aus. Waren die drei Schächte eventuell der dreifaltigen Göttin gewidmet? Auch die Pythagoräer verbanden das Quadrat mit dem vereinten Wirken ihrer vier weiblichen Hauptgottheiten sowie der vier Elemente.


 

Ein ganz anderer Aspekt der Deutung bringt der Schweizer Christoph Pfister ein, den ich hier als Denkanstoss dem Leser mitgebe. Pfister bezieht sich auf die Überlegungen des Gernot Geise, Autor verschwörungstheoretischer Werke, für den die Keltenschanzen der Klima-Manipulation (Stabilisierung) dienten. Sie fungierten seiner Meinung als riesige Ionisatoren. Und da Süddeutschland in der rechnerischen Mitte der westeuropäischen Landmasse liegt, sei hier der ideale Ort, ein solches System zu installieren. Heute werden Chemikalien in die Wolken gesprüht, damit diese abregnen...


Ausrichtung der Schanzen

Beliebt war die Orientierung der Keltenschanzen auf dem Hexagonalgitter. Inwieweit diese Schanze in Strukturen von Grossraumgittern eingebunden ist und inwieweit sie im Vergleich zu den anderen Schanzen im Süddeutschen Raum ein Netz bildet oder sich eine systematische Verteilung erkennen lässt, habe ich nicht untersucht. Jedenfalls liegt sie zusammen mit dem benachbarten Kornkreis auf einer Leylinie.

Rot: Römerstrasse, Gelb: Schanze, Grau: Gräber (keltisch/römisch)

Hier mein nach Stunden abgebrochener Versuch, den keltischen Kalender mit verschiedenen Sichtachsen in die Schanze einzubauen. Es handelt sich um eine unvollständige und nicht korrigierte Skizze, mit der ich auch ziemlich auf dem Holzweg sein könnte. Profis sind eingeladen, mich zu korrigieren und zu ergänzen!


Mein erster Kornkreisbesuch

Nachdem ich eine Weile in und auf der Schanze herum getigert war, ging's auf der römischen Via Julia - einst Hauptverkehrsstrasse zwischen Augsburg und Salzburg, heute zu einem holprigen schmalen Feldweg verkommen - weiter zum nahe gelegenen Kornkreis. Ein rotweisses Absperrband ums Feld, ein Schild mit Pfeil und ein Kässeli markierten den Eingang. Ich war relativ früh dran morgens. Eine Einheimische liess mich wissen, die Freaks kämen erst nachmittags. Mich mit Schlaghosen, Ruten und Geomantenstab erachtete sie anscheinend als unfreakig, sprich als normal.

Grafik © Georg Udorf
Die Verteilung der Kornkreise der letzten Jahre

Die Gegend südlich und westlich von München scheint der Hotspot für Kornkreise auf dem europäischen Festland zu sein. Seit mehreren Jahren taucht irgendwo in dieser Gegend einer auf (inklusive Fälschungen). Die obige Grafik habe ich verdankenswert erhalten. Die Einordnung in ein Gitternetz finde ich hier nicht sinnvoll. Meiner Meinung nach müssten die Kreise mit den Globalgittern und Leylinien verglichen werden.


Für mich ist dieser Kornkreis (wie auch die übrigen) ein Mysterium. Bei meinen Messungen mit Pendel und Rute kam irgendwie nichts Gescheites raus. Vom Empfinden her war die Energie im ganzen Gebilde sehr ruhig und sanft, fast stillstehend. Ein Mann lag bereits oben ohne im Zentrum des Kreises und sonnte sich. Meine anschliessenden Messungen im Zentrum blieben erfolglos. Existierte dort eine Nullpunktenergie, also die Ur-Energie, die selbst keinerlei Information hat und doch sämtliche Informationen und Frequenzen trägt, eine Leere aus der alles, auch Materie hervorgeht, also eine Blaupause für alles was ist?

© Rainer Viertlböck 2021, Gauting
Luftbild von Rainer Viertlböck. Blick Richtung Buchendorf/NW

Als Kornkreis-Frischling aber mit geschultem Archäologenauge scheint mir der Kreis nicht menschengemacht, also "echt". Die Halme - obwohl schon einige Wochen liegend und von hunderten Menschen begangen - sind so übereinander geschichtet, das nur ein gleichzeitiges Ablegen aller Halme dieses Bild ermöglichen konnte. Die Halme im inneren Kreis spiralisieren sich zum Mittelpunkt hin. In allen drei Kreisen liegen die Halme im Uhrzeigersinn.


Sinn und Entstehung?

Ich sehe Kornkreise als Botschaften. Ich frage mich nur von wem an wen diese gerichtet sind: Vom Universum an Gaia oder umgekehrt? Oder vom Universum an uns Menschen? Oder will Gaia uns was mitteilen? Weiss man den Absender und den Adressaten, lichtet sich vielleicht auch die Frage der Entstehung. Harry Eilenstein, Autor des Buches "Blüten des Lebensbaumes II - der kabbalistische Lebensbaum als Forschungshilfsmittel", sieht die Kornkreise als "Paradebeispiel" für kollektive Telekinese (S. 284f). Kollektives Unterbewusstsein der Menschen ermöglicht neben (Auto)Suggestionen, kollektive "Halluzinationen" und auch Materialisationen. Somit wäre der Absender unser kollektives Unterbewusstsein und der Empfänger wir in unserem Bewusstsein.

Aber wie bitte deutet man die Dinger? Wäre der Kreis an uns adressiert - den normal intelligenten Menschen, müsste er eigentlich relativ einfach zu verstehen sein. Es gibt sicher Spezialisten auf diesem Gebiet, die eventuell die Message des Buchendorfer Kreispiktogrammes bereits geknackt haben. Einer meiner Ansätze war noch, die Kreisverhältnisse mit der Euler'schen Zahl anzuschauen. So ergaben sich folgende Verhältnisse (mit denen ich aber auch nichts anzufangen wusste):

Innerer Kreis 36

Abstand zum mittleren Kreis 52

Breite des mittleren Kreises ca. 5

Abstand zum äusseren Kreis 52

Breite des äusseren Kreises ca. 9

Halbkreise 9


Ich hatte jedenfalls dutzende Ideen und musste auch hier das Handtuch werfen. Oder sind die Kreise einfach nur Schaltungen oder Reaktivatoren, die alte Energielinien und Ströme wieder zum fliessen bringen?


Der Engel der Vergessenen

Ehrlich gesagt war ich erfreut, als ich an diesem Morgen dem Musiker und Fotografen Rainer vom Nachbardorf begegnet bin. Unsere gemeinsame Zeit war viel spannender als im Kornkreis herumzuwandeln und Energien zu erspüren. Um 10 Uhr sind wir ins Gespräch gekommen, am Abend haben wir uns nach gemütlichem Pizza- und Eisessen und einem spannenden Austausch verabschiedet. Sein Lebensprojekt ist das Besuchen und Fotografieren der rund 750 Aussenlager der NS-Diktatur im 2. Weltkrieg. Rainer wirkt bescheiden und nachdenklich. Er ist sehr lebenserfahren, bei sich und geerdet. Äusserst wach und mit grosser Zielstrebigkeit, ohne grosses Aufsehen zu erregen und ohne dem Verlangen nach öffentlicher Anerkennung verfolgt er seine ganz persönliche Mission. Viele der Lager sind in Vergessenheit geraten, werden teils aktiv verdrängt. Einige sind auch mit einem Denkmal zur Erinnerungsstätte geworden. Seit Jahren recherchiert er, reist umher, besucht die Orte des Verbrechens - Arbeitslager, Hinrichtungsstätten, Massengräber. Durch sein bewusstes Schenken von Beachtung und der Dokumentation des Ortes erweist er Millionen von Seelen von Kriegsopfern die letzte Ehre. Ein wunderbarer Mensch - ein Engel, dem ich hier danken möchte!

 

Lieber Rainer, es war mir eine Ehre, Dich und Dein Projekt der Aussenlager kennengelernt zu haben. Du leistet unendlich wichtige Arbeit zur Versöhnung und Heilung unserer Ahnen und unserer Erde! Danke von Herzen!

http://www.tangential.de/extermination

 


Foto © mehrdimens.ch
Papierinstallation Ausstellung in Winterthur

Der Weltzweck bleibt unergründbar.

Füge dich in das Rätsel des Daseins.

Heinrich Schulz-Beuthen,

deutscher Komponist 1838-1915




















 

Quellen


- Amann, Peter. Die Landschaft als keltischer Kalender. In: Zeitensprünge IX, 1, 8 ff. 1997


- Pfister, Christoph. Die keltischen Viereckschanzen in der Schweiz. In: Zeitschrift EFODON-SYNESIS, Nr. 6 (2000), Überarbeitung 2004/2007 (www.dillum.ch/html/keltenschanzen_schweiz.htm)


- www.wikipedia.org/wiki/Viereckschanze


- Gitternetze: www.pimath.de/geomantie/externsteine/image/?C=N;O=D

 

OK Leute, dieses Mal ist es ein Bericht mit mehr Ideen als Resultaten, aber ein Geomantenlehrling auf Reisen darf so was bringen.... Für zusätzliche Infos, Korrekturen etc. bin ich wie immer dankbar!



Allen alles Gute - Anita auf Reisen....


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