• Anita

Mein Krippenspiel - Eine Aufstellung mit System?

Damit auch bei mir im Süden Spaniens die weihnachtliche Stimmung etwas mehr Ausdruck findet, habe ich in meinen Döschen und Kistchen gekramt und die Weihnachtsgeschichte mit der Geburt Jesu dargestellt, respektive aufgestellt. Ich habe die «Stellvertreter» so arrangiert, wie ich sie aus den klassischen Anordnungen der Szenerie der Weihnachtsgeschichte in Erinnerung hatte.

Da die Definition von «Krippenspiel» als ein meist von Laien aufgeführtes Spiel um die Geburt Christi verstanden wird, ist dieses Arrangement auf jeden Fall auch mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Zudem ist auch etwas Eigenkram von meiner Seite her dabei eingeflossen.


Die bewusste Auseinandersetzung mit diesem entstandenen «Kraft-Werk» durch das Auflisten der einzelnen Gegenstände (Stellvertreter) und den denen zugestandenen Symbolwirkungen, Bedeutungen und Definitionen in Ansätzen (die für mich eine Relevanz zeigen), hat die Wirkung dieses Settings (für mich) stark zunehmen lassen. Aus den einzelnen Objekten, die ich in meiner Arbeit einsetze, und die für sich alleine bereits eine unterstützende, heilende Wirkung haben, ist in dieser Gruppe ein Multiplikator geworden. Immerhin erreicht das Setting einen Energiewert von knapp 15000 Bovis. Meine Krippe kommt also einem spirituellen Kraftplätzchen nahe und erfülllt somit wunderbar den Raum mit einer stimmigen, segnenden Ausstrahlung.



Mein Krippenspiel - eine kunterbunte Zusammenstellung aus meinen Beständen.

Anordnung:


Die Mitte

  • «The Christ» Quintessence Aura Soma Pomander: Mein Leben annehmen, wie es ist, Kontakt mit der Erde, Unterstützung auf meinem Weg des Erwachens, die Möglichkeiten des Menschseins erkennen.

  • Ankh/Anch: Als Hieroglyphe steht das Zeichen für das körperliche Leben, steht unter anderem in der Koptischen Kirche als Symbol für das Weiterleben im Jenseits.

  • Perlmuttherz: Herz als Symbol für Liebe und Güte. Die «Perlmutter» steht für Zuversicht, Weitblick und seelische Ausgeglichenheit, zusätzlich sorgt es für Sicherheit und Schutz. Beeits im frühen Christentum trugen Bräute Perlmuttschmuck als Symbol ihrer Unschuld und Reinheit.

  • Schale mit Bergkristall-Trommelsteinen: Die Schale als Symbol des mütterlichen Schosses, des Bewahrens, der Fülle. Der Bergkristall besitzt verstärkende und aktivierende Eigenschaften. Er gilt als Meisterstein unter den Heilsteinen. Als Trommelstein besitzt er eher Yin-Energie.

  • Etwas im Hintergrund die Orakelkarte «Das Kind» Zahl 7: Das Kind kennt den Weg zu Freude und Glückseligkeit. Seine Unschuld ist Weisheit. Die Karte motiviert zu kindlichem Entdeckergeist und erlaubt auch Kurskorrekturen des bisherigen Weges. 7 als Symbolzahl für Erfüllung, Vollkommenheit und Ganzheit.


Um die «Krippe»

  • Rechts Kerze vom Kloster Mariastein, Kanton Solothurn Schweiz: Steht in diesem Setting für die Mutter Gottes. Zweitwichtigster Wallfahrtsort der Schweiz mit diversen Wesenheiten, Kraftpunkten und Störungen.

  • Davor ein Granatapfel: Er ist in der griechischen und persischen Mythologie das Symbol für Fruchtbarkeit, Schönheit und ewiges Leben, steht im Christentum (Hieronymus) u. a. für die Gemeinschaft der Gläubigen, in der jüdischen Religion als Symbol der Rechtschaffenheit.

  • Granat: Hoch potent schwingender Heilstein der Lebenskraft und des inneren Feuers.

  • Links Bhutanesischer Holzpenis: Sorry, da war nichts anderes, das sich für den Josef zur Verfügung gestellt hätte… Kleiner geschnitzter Penis als Abwehr für böse Geister, in Bhutan sehr häufig auch als Fassadenmalerei zu sehen. Ansonsten Symbol der Kraft und Fruchtbarkeit, wobei Josef hier im Setting praktisch verschwindet (wie auf vielen Darstellungen auch).

  • Im Vordergrund ein Glimmerschiefer: Strandgut von Andalusien. Der verschliffene Schiefer steht für den Esel in der Weihnachtserzählung. Ab dem 4. Jahrhundert gilt er dort als Vertreter für die Heiden. Schiefer stärkt Mut und Tatkraft, er hilft alle nicht gewünschten Zustände abzuschliessen und Abschied zu nehmen.

  • Daneben ein verschliffener Ziegelstein: Mitbringsel aus der Ostsee. Er symbolisiert den Ochsen, an der Krippe der Vertreter des Judentums. Im chinesischen Horoskop ist der Ochse das zweite der zwölf Tierkreiszeichen. Sein Element ist die Erde, was hier durch die gebrannte Keramik aufgegriffen wird.

  • Bekrönt wird die Krippe vom Zeichen Om in indischem Sanskrit: Die Silbe gilt im Hinduismus, Jinismus und Buddhismus als heilig. Es bezeichnet bei den Hindus die höchste Gottesvorstellung, bei den Buddhisten und Jainas die Gegenwart des Absoluten.

  • Hinter Maria liegt die Hand der Fatima: Als kulturelles Zeichen im islamischen Volksglauben wird es als universell schützend und als wirksamste Abwehrmaßnahme im Kampf gegen die Dschinn und den Bösen Blick gebraucht.


Im Hintergrund

  • Holzsäule: Die Axis Mundi in der Szenerie.

  • Orakelkarte «Das Herz des Himmels» Zahl 24: Die Liebeskraft, auf der die ganze Schöpfung beruht. Die Karte erinnert mich daran, dass ich ein Kanal der ursprünglichen göttlichen Schöpfungskraft bin. Zahl 24 symbolisiert Zuhause, Gesundheit, Heilung, Liebe, Schönheit und viel mehr.

  • Eukalyptus: Das Räuchern der Blätter hat auf den menschlichen Geist eine klärende, reinigende und kräftigende Wirkung.

  • Die Engelsschar mit «Aura Soma Equilibrium 99»: Erzengel Zadkiel - das «Wohlwollen Gottes». Er ist der Engel des Wachsens, des Sich-Entfaltens und der Vollendung.

  • «Aura Soma Equilibrium 96»: Erzengel Raphael ist der Heiler auf allen Ebenen. Er unterstützt unter anderem tiefen Frieden und eine Klarheit in der Wahrnehmung.

  • Kleiner gezeichneter Engel: von meiner Nichte Anna.

  • Kieselstein mit Glücksengel: von meinem Mami.

  • Weisse Feder: Ein Zeichen von meinem Schutzengel.

  • Brennende Kerze: Kerze von Schwäbisch Hall aus der Kirche St. Michael von unserem letzten Seminar bei Axis Mundi. Erzengel Michael ist unter anderem der Seelenbegleiter nach dem Tod.


An den Seiten

  • Die drei Könige mit ihren Gaben wie Heiliger Weihrauch-Öl: Seine Heimat ist das Omanische Reich. Seine feinstoffliche und spirituelle Wirkung erlauben eine tiefe Transzendenz.

  • Myrrhe: Räucherharz, sehr altes Heilmittel mit klärender und reinigender Wirkung. Im Mittelalter als Mittel bei «Verschleimung» von Magen und Darm empfohlen. Wird in der modernen Medizin zur Behandlung von entzündlichen Krankheiten eingesetzt.

  • Reiseadventskranz: von meiner Freundin Babsi.

  • Döschen mit Sonnensymbol auf Jaspistrommelstein: Die Sonne als höchste kosmische Macht. Das Gefäss gefüllt mit kleinen Grantsteinen/Pyropkristallen aus Bhutan. Im Orient, bei den Griechen und Römern zählte der Jaspis zu den begehrten Schmuck- und Heilsteinen. Er erfreut Herz und Geist. Grundstein der Stadtmauer und des Tempels von Jerusalem sind anscheinend aus Jade.

  • Hinter den Königen eine Eule aus Holz: Wächterin der (Heiligen) Nacht, als Sinnbild unter anderem für Weisheit und Bewusstheit. Ruft auf, mehr auf die göttliche Führung zu vertrauen.

  • Okarina: Kleine Tonflöte soll für den Hirten stehen.

  • Sandrose: An ein Schaf erinnernd. Der Heilstein kann energetische Prozesse im Körper sowie Geist hemmen, dadurch für geistige Stabilität sorgen und Gefühlsausbrüche verhindern. Außerdem steigert die Sandrose die Konzentration, sorgt für Kreativität, verleiht Vitalität und bringt die Wünsche mit den Bedürfnissen in Einklang.

  • Darunter Orakelkarte «Unverhoffte Gäste» Zahl 41: Das Leben ist Natur und diese ist stetiger Wandel und Veränderung. Lass Dich auf seine Abenteuer und Überraschungen ein!


Im Vordergrund

  • Orakelkarte «Die Liebe» Zahl 5: Erkenne den grossen Geist in anderen und nähere Dich selbst dem grossen Geist an durch Dein Gegenüber! Folge dem Pfad der Liebe! Nr. 5 steht unter anderem für Abenteuerlust, Freiheit, Leidenschaft.

  • Orakelkarte «Heilung» Zahl 38: Vergebung ist die grosse Seelen-Heilerin. Es ist nun Zeit für die Heilung des Herzens, für eine tiefe Besänftigung von Leib, Seele und Geist. Zahl 38 steht für Dankbarkeit, drängt nach Entwicklung, lässt aber auch Ruhe einkehren.

  • Orakelkarte «Pachamama» Zahl 40: Die Karte repräsentiert die bedingungslose Liebe, die die Erde all ihren Kindern entgegenbringt. Sei dankbar! 40 besitzt in allen Weltreligionen und Kulturen einen tiefen Symbolgehalt.


Krippenszene 1900, Künstler unbekannt.

Jedem das Seine?


Die bekannteste Erzählung der Weihnachtsgeschichte findet sich im Lukasevangelium, das vermutlich zwischen 80-90 nach Christus verfasst wurde. Diverse Informationen aus apokryphen Schriften (zum Beispiel von Jacobus) lieferten ebenfalls ihre „Zutaten“ zur Ausschmückung. Obwohl diese Texte häufig aufgrund der zeitgenössisch vorherrschenden Theologieströmungen und der betriebenen Kirchenpolitik von dem damals noch allmächtigen und verbindlich Kanonischen keine Erwähnung im neuen Testament zugestanden erhielten, haben sie sich als volkstümliche Legenden gehalten und unter anderem in den Kunstwerken ihren Niederschlag gefunden. Das Weihnachtsfest als Fest ist in der christlichen Kirche erst seit Ende des 4. Jahrhunderts nachzuweisen.


Beleuchtet man die heutige Auslegung der Weihnachtsgeschichte historisch, treten aber auch bei der kanonischen Fassung Fragen, Unklarheiten und Ungereimtheiten auf. Zweifellos bezieht sich die Geschichte und ihre Darstellung auf historisch belegbare Fakten. Im Grunde genommen handelt es sich aber um ein Gebilde, das die Bedeutung von Jesus als Erlöser aller Menschen illustrieren, und den Glauben an ihn ins Bild setzen will. Die Botschaft der Weihnachtsgeschichte ist wichtiger als deren vollständige, durch historische Fakten belegte Authentizität. „Bei den Geburtserzählungen des Neuen Testaments geht es nicht um Historisches und Faktisches, sondern darum, die Bedeutung des Geborenen darzustellen – mit Bildern, Motiven, Namen und Ereignissen" (Zitat von Hans-Georg Gradl, röm.-kath. Theologe, im Text von Christoph Brüwer, in: www.katholisch.de/artikel/23962-die-weihnachtsgeschichte-alles-nur-legende). Die vermittelte Atmosphäre ist wichtig. Die Geschichte wurde bereits von den Evangelisten auf ihre ganz eigene Art gesehen und dargestellt. So darf das auch heute noch sein.



Wurde die Weihnachtsdarstellung schon einmal systemisch und kulturhistorisch analysiert?


Die Geburt Christi von Giotto di Bondone (1315)

Nach der "Fertigstellung" der Szene betrachte ich mein Werk besinnlich. Die rechte Seite des Arrangements hat sich für mich als die Stärkere herausgebildet, obwohl es die männliche Seite mit der Yang-Energie ist, die Bezug nimmt auf Gegenwart und Zukunft, dominieren hier die weibliche Kraft der Mutter Maria und das Licht der Engel und Lichtwesen. Die linke Seite, die eher der weiblichen Energie zugeordnet wird und in Bezug zur Vergangenheit gesehen werden kann, nimmt sich hier Josef und den drei Königen an, letztere einerseits die Gelehrten, andererseits auch das Materielle repräsentierend. Zeigt diese Aufstellung etwa das neue (oder das erneute) Hervortreten der weiblich-schöpferischen Kraft? Ich werde neugierig.



Gemälde von Piero della Francesca (1470-75)

Ich suche Gemälde dieser Szene. Ich stelle fest, dass Maria in den meisten historischen Darstellungen bis ins 16. Jahrhundert eigentlich alleine mit ihrem Kind dargestellt wird, bis ins 14. Jahrhundert eher liegend, ab dem 15. Jahrhundert stehend oder sitzend. Joseph lässt sich bei diesen früheren Darstellungen kaum von einem Hirten unterscheiden, sitzt er doch meistens seitlich rechts im Vordergrund oder steht im Hintergrund.


Es sind Darstellungen aus Theodor Henzlers zweiten Phase der Kulturkreisläufe (Geschichte des Bewusstseins und der Kultur), welche sich auszeichnet durch das Weibliche, Mystische und Mythologische. Für Jean Gebser (Ursprung und Gegenwart) ist das mythische Bewusstsein nach dem archaischen und magischen bereits die dritte Bewusstseinsphase der Menschheitsgeschichte.


In der Zeit um 1500 taucht Josef vereinzelt auch mal an der Seite Marias auf, immer rechts. Aus dem 17. bis 19. Jahrhundert finden sich fast ausschliesslich Abbildungen mit Josef und Maria zusammen um das Kind, wobei Maria häufig rechts steht. Die Menschheit befindet sich in der Bewusstseinsphase des Männlichen, Rationalen, Materiellen. Und heute, wie müsste oder könnte eine Weihnachtsgeschichte der Neuen Zeit dargestellt werden? Tritt das "Heidnische" wieder bewusster in den Vordergrund?


So kann man sich in Gedanken verlieren (und im Internet) durch das Bedürfnis der Schaffung heiliger Stimmung an Weihnachten in Spanien.


Wie sieht Deine persönliche Krippe der Neuen Zeit aus?

Ich bin sehr gespannt auf Forschungs-Inputs, Inhaltliche Ergänzungen, methodische Anregungen! Vielen Dank!


Ich wünsche allen besinnliche, fröhliche Festtage ganz nach Eurem Gusto!

Anita



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