• Anita

Eine feurige Sache: Wie mein Luzifer-Totem meine momentanen Aufgaben spiegelt.


Das Kreuz der weissen Göttin Brigid war mit dem widerborstigen Steppengras eine echte Herausforderung ;).
Totem und Lichtmess. Das Kreuz der Brigid war mit dem widerborstigen Steppengras eine echte Herausforderung Ü

Die "Vertreibung aus dem Paradies"

Die Percht hat mich tatsächlich am 6. Januar von meinem paradiesischen Standplatz im botanischen Garten am Meer in die Wüste geschickt. «Na wunderbar!», waren meine ersten Gedanken. Ich wollte eigentlich hier bei Motril gemütlich überwintern. Anscheinend war ich der Percht zu wenig in Bewegung, respektive für meine Weiterentwicklung nicht am richtigen Ort. Ich packte also meine sieben Sachen und tuckere wie beordert drei Stunden Richtung Westen.


Seit einem Monat lebe ich nun auf einem Hügel im Nirgendwo. Zwei maurische Windmühlen stehen oben drauf. Im Süden glitzert weit unten das Mittelmeer, im Norden dehnt sich die Steppe aus und weiter hinten am Horizont die Plastikfelder der Gewächshäuser des Biogemüseanbaus für den Export. Die Sierra Cabo de Gata ist eines der letzten nicht überbauten Küstengebiete Andalusiens: Eine Halbwüste mit Kratern und Verwerfungen und einer Steilküste zum Meer. Das Vulkangestein vermengt sich in kalkigen Meeressedimentschichten. Darin finden sich neben den «wässrigen» Achaten und Versteinerungen auch die «feurigen» Granate und der schwarz-glänzende Andesit. Neben Zwergpalmen und Disteln wachsen hier vor allem Kakteen aller Art und Grösse. Also anscheinend alles sehr feurig und dynamisch. Spürt man jedoch tiefer, spielt hier (inklusive bei mir als Fisch/Krebs) das Element Wasser eine äusserst wichtige Rolle und scheint gerade in dieser Gegend in einer äusserst spannenden Beziehung zum Element Feuer zu stehen. Die Percht hat mich also sicher nicht umsonst hergeschickt. Ich werde mich dieser Kombination Wasser zu Feuer später widmen. Auch mit dem Element Luft könnte man sich hier verlustieren...


Vom Blitz getroffener Olivenbaum mit Drehwuchs.
Ein einsamer Olivenbaum, der Kern vom Blitz verbrannt

Der ideale Geburtsort für das Totem

Die feurige Energie des Ortes und der letzten Tage eigneten sich prima, mir ein Luzifer-Totem herzustellen. Animiert von Pascals Do-it-yourself-Anleitung im Vortrag über das Heilige Feuer vor wenigen Tagen nahm ich das Projekt „Luzifer-Totem“ letzten Donnerstag, dem Vollmond im Löwen, in Angriff. Es hiess also am Tag des Thor, dem Gewittergott, einen Baum zu finden, der gebrannt hatte oder vom Blitz getroffen wurde. Die erste Herausforderung war, in der Steppe überhaupt einen einzigen Baum zu finden. Findet man jedoch einen, ist die Chance gross, dass dieser irgendwann auch noch vom Blitz getroffen wurde.









Das Wesen des Ölbaums

Dem Ölbaum, dem Element Erde zugeordnet, werden viele Symbole zugesprochen. Er steht unter anderem für Frieden, Segen, Leben und Weisheit. Mein Baum - der einzige echte Baum weit und breit - scheint nicht mehr im Saft aber doch noch beseelt. Sein Wesen zeigte sich mir bei der Kontaktaufnahme als alter, bärtiger Weiser mit stoischer Geduld und Gleichmut. Der Blitz hatte ihn komplett ausgebrannt. Er diente augenscheinlich als Mittler zwischen den Himmelskräften und der Erde. Drehwuchs scheint bei Olivenbäumen normal, hier mit Rechtsdrehung.


Das Stück Olivenholz vor dem Einhauchen einer Wesenheit.
Natürlich ist ein Schweizer Sackmesser mit dabei
Das Stück Rinde erhält sein Gesicht und spiegelt den "Mutterbaum".
Das Kleine, ein Abbild des Grossen

Die Message an mich

Jetzt im Nachhinein passt meine «Vertreibung aus dem Paradies» irgendwie wunderbar zum Luziferischen Prinzip: Wird zum Beispiel ein guter Geist von Achtsamkeit und Wertschätzung zu lange festgehalten und konserviert, kann er ins Negative kippen und seinen ursprünglichen Sinn als verbindendes Element im Zusammenleben, den zwischenmenschlichen Beziehungen verlieren. Begierden und Materialismus können schlussendlich mit dem Wunsch nach Freiheit keinen Einklang bilden. Das Licht der Erkenntnis, das Luzifer als «Lichtbinger»/«Lichtträger» der Menschheit gebracht hat, führt eben nicht nur zu einer Eigenständigkeit im Denken und Handeln und im Verantwortung übernehmen, sondern weckt auch Begierden, Eiversucht, Egoismus und Schmerz. Es ist nun an der Zeit, dass unser inneres Licht, die Erkenntnis, zu Liebe wird. So verstehe ich jedenfalls dieses Prinzip. Rudolf Steiner hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.


Auch der Vollmond im Löwen scheint eine weitere klare Aufforderung zum Vorwärtsgehen, zum Ins-Licht-gehen. Er motiviert, Altes und Unnützes loszulassen und zu erlösen und sich dem wahren inneren Strahlen, der eigenen Essenz zu öffnen.


Die Geburt des Totems

Die Einweihung des Totems erfolgte am 1. Februar, an Imbolg, dem Fest des Lichts und Halbzeit zwischen Wintersonnenwende und Frühlings-Tagundnachtgleiche. Die nahe gelegene mittelalterliche Wohnhöhle bot ein idealer Ort für die Zeremonie. Ihre aus dem Sediment gegrabenen Räume einer Gebärmutter gleich, liessen definitiv das Licht von Luzifer in das Totem einziehen. An diesem Tag waren es über 25°, und die Wintersonne brannte bereits ungewohnt stark auf die nackten Arme und Waden. Die Wüste beginnt auch schon vereinzelt zu spriessen und zu blühen. Die weisse Göttin hat hier bereits definitiv die Schwarze abgelöst!










Ich freue mich auf Feedbacks und Anregungen, Fachliches, Methodisches etc.!


Ein herzliches Frühlingserwachen und auf bald!

Anita auf Kurs!



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