Fraktalkonzeption -
ein Analyse- und Planungsansatz
Effiziente Planung durch das «Pars-pro-toto-Prinzip» der Fraktalkonzeption. Diese allgemeingültige Gesetzmässigkeit ist theoretisch mit jedem beliebigen, das Untersuchungsobjekt charakterisierenden Landschaftselement unterschiedlichster Skalierung nachzuweisen.
Der Kernansatz
Großräumige Planung (wie beim Landschaftspark Wiese) scheitert oft an fehlenden Ressourcen für umfassende Analysen. Die Fraktalkonzeption bietet hier eine Abkürzung: Sie geht davon aus, dass sich die Identität und die Probleme eines Gesamtraums bereits in seinen kleinteiligen Elementen (z. B. Eingangssituationen) widerspiegeln. Ein kleiner Ortsteil fungiert als «Fraktal» (Abbild) des großen Ganzen.
Scheinbare Komplexität im Gesamtareal Erkennen der Fraktalkonzeption in Teilarealen
Am Beispiel Landschaftspark Wiese mit den Eingangssituationen «durchgespielt», könnte die Untersuchung auch mit dem Gestaltungstypus «Brücken» oder «Rastplätze/Sitzgelegenheiten» oder gar etwas abstrakter betrachtet mit der Stratigrafie der Onlays (Überprägungen) ausgewählter (z.B. nicht funktionierender) Orte in Verbindung mit z.B. aktuell spürbaren Zäsuren in der Nutzungs-/Gestaltungsgeschichte durchgeführt werden. Der Anwendung sind keine Grenzen gesetzt, sofern man abstrakt denken, und der Gestaltungstypus klar definiert werden kann.
Voraussetzung
Grundlage für das Verständnis und Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Arbeitsweise in die Praxis ist die Anerkennung und Berücksichtigung der sieben universellen Gesetze (Hermes Trismegistos. Das Kybalion, um 3000 v.Chr.) :
1. Prinzip der Geistigkeit (alles ist Bewusstsein)
2. Prinzip der Korrespondenz (Gleiches zieht Gleiches an)
3. Prinzip der Schwingung (alles strahlt eine qualitative Frequenz aus)
4. Prinzip der Polarität (alles besitzt zwei Pole, welche jeweils die gegenüberliegenden Enden des eigentlich Gleichen sind)
5. Prinzip des Rhythmus (alles durchlebt natürlichen Zyklus)
6. Prinzip von Ursache und Wirkung (jede Aktion zieht eine Reaktion nach sich, jede Wirkung hat eine Ursache)
7. Prinzip des Geschlechts (Ausgeglichenheit der archetypischen Eigenschaften von Männlich und Weiblich nötig)
Methodik für Städtebauer
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Induktive Analyse: Statt den gesamten Großraum aufwendig zu untersuchen, werden repräsentative «Kleinräume» (z. B. Zugänge) detailliert analysiert.
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Qualitätskriterien: Fokus auf die «Wesenheit» des Ortes (Ästhetik, Atmosphäre, Assoziation, Authentizität, Ätherphänomene).
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Übertragbarkeit: Erkenntnisse aus dem Kleinen werden auf das Gesamtsystem skaliert.
Gestaltungsfaktoren:
M = männlich, W = weiblich
Vorteile für die Planungspraxis
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Ressourceneffizienz: Gezielte Analysen im Kleinen ersetzen langwierige Großraumstudien.
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Feldversuche: Punktuelle Eingriffe oder Anpassungen an «Fraktalen» dienen als Testlauf für das gesamte Areal.
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Nachhaltigkeit: Wenn die Gestaltung der spezifischen Ortsqualität («Weseneit») entspricht, entstehen robuste, wartungsarme Räume, die ohne künstliche Bespielung funktionieren.
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Systemische Wirkung: Ein gezielter Eingriff an einer Schlüsselstelle (z. B. einem Parkeingang) verbessert die Qualität des gesamten Landschaftsraums.
Fazit
Die Methode erlaubt es, durch das Verständnis kleinräumiger Abhängigkeiten gezielte Lösungen für komplexe Großstrukturen zu entwickeln – ganz im Sinne einer behutsamen Landschaftsentwicklung.
Auszug aus meiner Zertifikatsarbeit CAS Stadtraum Landschaft ZHAW (Typoskript)
Organismus Landschaftspark Wiese
Strukturanalyse der Westhälfte des Grossraums mit Einbezug der Eingangssituationen
zur Veranschaulichung der Systemzusammenhänge
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen
Institut Urban Landscape
Studiengang CAS Stadtraum Landschaft 2025
© Anita Veronica Springer


